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Als Görtler das Spiel an sich riss

Nach dem Europacupspiel gegen Benfica brauchte der FC St. Gallen einen neuen Impuls. Lukas Görtler lieferte ihn. Mit seiner Präsenz und seiner Führungsstärke führte der Captain seine Mannschaft vom Rückstand zum 2:1-Heimsieg gegen den FC Zürich.

Lukas Görtler riss die Arme hoch, schrie seine Freude hinaus und blickte Richtung Tribüne. Innerhalb weniger Sekunden sprang der Funke auf die Zuschauer über. Was noch zu Beginn des Nachmittags nach einem schwierigen Saisonauftakt ausgesehen hatte, entwickelte sich zu einem emotionalen Heimsieg des FC St. Gallen.

Es waren nicht nur Tore, die dieses Spiel entschieden. Es war Energie.

Bereits vor dem Anpfiff war spürbar, dass dieser Nachmittag ein besonderer werden könnte. Die Heimfans begrüssten ihre Mannschaft mit einer eindrucksvollen Choreografie, Familien füllten die Tribünen und überall lag diese besondere Mischung aus Vorfreude und Spannung in der Luft, die nur ein Saisonstart mit sich bringt.

Gleichzeitig schwebte eine Frage über dem Spiel.

Wie viel Kraft hatte das Europacupspiel gegen Benfica Lissabon wenige Tage zuvor gekostet?

Die Antwort schien zunächst eindeutig.

Der FC Zürich wirkte frischer.

Es waren nicht nur Tore, die dieses Spiel entschieden. Es war Energie.

Doch genau in solchen Momenten zeigt sich, weshalb gewisse Spieler für eine Mannschaft so wichtig sind.

Lukas Görtler begann, Verantwortung zu übernehmen.

Nicht spektakulär.

Nicht mit einer Einzelaktion.

Sondern mit vielen kleinen Momenten.

Ein gewonnener Zweikampf.

Ein lautes Kommando.

Eine auffordernde Geste.

Ein Sprint mehr als alle anderen.

Mit jeder gelungenen Aktion änderte sich die Körpersprache seiner Mitspieler. Gleichzeitig wurde auch das Berit Sitter Stadion lauter. Die Zuschauer spürten, dass ihre Mannschaft zurück ins Spiel fand, und antworteten mit jener Unterstützung, für die St. Gallen seit Jahren bekannt ist.

Natürlich wird in den Statistiken stehen, dass der FC St. Gallen den Saisonauftakt mit 2:1 gewann.

Doch Zahlen erzählen selten die ganze Geschichte.

Wer an diesem Nachmittag im Stadion war, erinnert sich vermutlich ebenso an die Atmosphäre wie an das Resultat. An die Choreografie vor dem Anpfiff. An Marcel Koller, der seine Mannschaft unermüdlich coachte. An die neue Nachspielzeitanzeige, die auf der Videowand sekundengenau herunterzählte. Und an den Moment, in dem Mannschaft und Publikum gemeinsam das Gefühl bekamen, dass dieses Spiel noch zu drehen war.

Gerade solche Details machen einen Stadionbesuch besonders.

Auch wenn der FC Zürich ohne Punkte nach Hause fuhr, hinterliessen die Zürcher einen positiven Eindruck. Die Mannschaft spielte phasenweise mutig und organisiert und deutete an, dass sie in dieser Saison eine wichtige Rolle spielen kann.

Der FC St. Gallen hingegen bewies, dass Spiele nicht nur mit Technik und Taktik entschieden werden.

Manchmal genügt ein Spieler, der Verantwortung übernimmt und andere mitzieht.

An diesem Nachmittag war Lukas Görtler dieser Spieler.

SportTribüne-Moment

Nicht der Siegtreffer war der entscheidende Augenblick dieses Spiels. Es war der Moment, in dem Lukas Görtler seine Mannschaft mitriss – und das Berit Sitter Stadion spürbar erwachte.

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